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Mercedes GP

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Sie wandten sich neugebauten Motodromen zu, die Pisten wie auf Flugplätzen haben und riesige Auslaufräume und eingebaute Sicherheit allenthalben und in der Tat, das alles hat der alte Nürburgring nie gekannt. Wirklich großer Motorsport wie eben ein Mercedes GP findet auf dem Nürburgring nicht mehr statt.

Das publikumswirksamste Ereignis ist, seit der "große Preis von Deutschland" auf dem Hockenheimring vergeben wird, an der Nürburg alljährlich das sportliche Spektakel eines Lastwagen-Rennens- Sie haben, um die Formel 1 mit dem Mercedes GP und, wer weiß, wer weiß, vielleicht sogar auch die Silberpfeile in die Eifel zurückzuholen, eine neue Formel 1-Strecke gebaut, aber die fand nie Akzeptanz.

Und doch, und doch, und doch: Nürburgring - das klingt noch immer, denn eine wirkliche Legende wie auch ein
Mercedes GP stirbt nie ganz aus. Tatsächlich ist der Nürburgring auch 1993 noch die Rennstrecke, auf der mehr sportliche Bewegung als auf irgendeiner anderen in der Welt stattfindet. Kein Tag vergeht, an dem sie nicht zu hunderten gar zu tausenden aus dem ganzen Land und auch aus dem Ausland kommen um in der grünen "Hall of Fame" des Automobilrennsports, ein paar schnelle Runden zu drehen.

Auto-Clubs, Oldtimervereinigungen und Motorrad-Verbände sind Dauergäste auf dem Ring und wenn Autohersteller oder Reifenfabrikanten ihre Produkte einem ganz harten Test unterziehen wollen, lassen sie sich die alte Nordschleife des Rings reservieren, denn sie wissen, dass das Fahrzeug hier der dreißigfachen Belastung einer normalen Fahrt auf einer normalen Straße unterliegt., so wie es eben bei den Mercedes GP auch war.

Eben das, und in der Erinnerung die Mercedes GP, machte den alten Nürburgring aus. Er war die unbarmherzigste Menschen- und Materialverschleiß-Institution, die der Sport je kannte. Das war schon so als es 1927 um die Nürburg zu röhren und zu brüllen und nach Reifenabrieb und allerlei exotischen Treibstoffmischungen zu riechen begann und beim ersten Rennen auf dieser Strecke, einem Wettbewerb für "Sportwagen mit mehr als fünf Liter Hubraum".

Ein gewisser Rudolf Carraciola auf Mercedes gewann, der von 85.000 Zuschauern für seine Fähigkeit bewundert wurde, einen Renndurchschnitt von 96,5 km/h zu fahren, da doch der normale Nürburg-Tourist, der an rennfreien Tagen die Strecke abfuhr, allenfalls einen knappen 40er Schnitt erreichte und am Ziel das sichere Gefühl hatte, wie ein Weltmeister beim Mercedes GP gefahren zu sein und Kopf und Kragen riskiert zu haben.

Carraciola den sie bald liebevoll nur "Caratsch" zu nennen begannen, machte den Nürburgring zu einer Art Mercedes GP -Hausstrecke, auf der man die Fahrzeuge mit dem Stern bei jedem Rennen wie selbstverständlich an der Spitze erwartet und "Caratsch" enttäuschte sie selten. Zum Beispiel der "Große Preis von Deutschland" vom 15. Juli 1928. Es war unerträglich heiß.

Schon das bloße Zusehen war für die 90.000 eine schweißtreibende Strapaze. Reihenweise fielen sie unter den Zuschauern um und mussten vom Roten Kreuz behandelt werden, ehe sie an die Piste zurückeilten, um nur ja keinen Augenblick zu verpassen. Erfrischungsgetränke gingen weg wie Schnäppchen am ersten Tag des Sommerschlussverkaufes.

Aber in ihrem 6-Zylinder Mercedes GP mit Kompressor, sage und schreibe sieben Litern Hubraum und phänomenalen 200 PS, waren Carraciola und Merz und Werner nicht bloß der Hitze des Tagesgestirns, sondern auch der ausgesetzt, die aus dem Motor kam - es war die Hölle und sie war es für Mensch wie Material gleichermaßen. Und dann: Bugatti forderte Mercedes heraus.

Prestige stand auf dem Spiel, viel Prestige. Konstrukteur Dr. Porsche und Rennleiter Neubauer kämpften, wie wohl sie selber keine Kilometer fahren würden, gegen Bugatti-Chefkonstrukteur Constantini, von dem man sich wahre Wunderdinge erzählte, und der aus Molsheim reinrassige Rennwagen herangeschafft hatte, denen er Kotflügel und kleine Scheinwerfer verpasste. Keine Ähnlichkeit gab es mehr mit den Fahrzeugen vom Mercedes GP.

Artikel v. J. Klostermann v. wupdes.de

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